Blitz aus der Werkhalle Lüdinghauser Firma baut Kunstwerk für Essener Hochhaus


-west- Lüdinghausen. Berlin, Padua, Kansas City, Frankfurt, Stockholm, Venedig, Düsseldorf, Essen, Brescia - Lüdinghausen. Was diese Weltmetropolen und die „Provinz" miteinander zu tun haben? In den Weltstädten waren die Werke von Norbert Thomas ausgestellt - in der Steverstadt werden sie zumindest teilweise hergestellt. Seit zwei Jahren arbeitet der Professor für Grundlagen der künstlerischen Gestaltung an der Bergischen Universität in Wuppertal und der Lüdinghauser Unternehmer Jürgen Polenz eng zusammen. In diesen Tagen entsteht in den Werkhallen an der Hans – Böckler - Straße wieder eine Plastik, die der Essener Künstler entworfen hat. Wenn sie demnächst in Essen am höchsten Bürogebäude Nordrhein - Westfalens aufgestellt wird, werden die Dimensionen dieses Objektes erst richtig zur Wirkung kommen.

Lüdinghauser Firma baut Kunstwerk
Artikel zum Foto: Das Modell zeigt, wie das große Kunstwerk (im Vorder- und Hintergrund) einmal aussehen soll: Jürgen Potenz, Norbert Thomas, Ernst Hasse und Schulpraktikant Peter Jedrzejewski, der ebenfalls tatkräftig an dem Objekt mitarbeitete (v.r.n.l.)

Das Stahlgebilde erwächst vor dem RWE-Büroturm aus einem Teich, verschwindet im Boden und taucht an anderer Stelle wieder auf. Siebeneinhalb Meter hoch und 90 Metersein.„Raumformen" nennt der Künstler sein Gebilde. In der Polenz-Werkstatt haben Chef und Mitarbeiter eine beschreibendere Bezeichnung gefunden - „Blitze". Das ist allerdings auch die einzige „Meinungsverschiedenheit" zwischen Handwerker und Künstler. Ansonsten ist man von der Zusammenarbeit begeistert. Das gute Miteinander ist letztlich auch der Grund dafür, daß der Künstler aus Essen sein Werk in Lüdinghausen herstellen läßt. Der Unternehmer aus der Steverstadt ist nämlich technisch und organisatorisch in der Lage, die künstlerischen Vorgaben umzusetzen. Das war bei vielen anderen und größeren Betrieben, bei denen Thomas angeklopft hatte, nämlich nicht der Fall. „Und dafür nehme ich gerne die Fahrt nach Lüdinghausen in Kauf," so der Künstler. Daß der „Blitz" - Auftrag jetzt nach Lüdinghausen ging, hat Jürgen Polenz nicht zuletzt auch Statiker Ernst Hasse zu verdanken. Nachdem sich andere Unternehmen die Zähne an der Statik ausbissen, fand die Lösung. Bei der Konstruktion des Kunstwerkes stellte sich nämlich ein besonderes Problem heraus. Da sich der See oberhalb einer Tiefgarage befindet, durften die Raumobjekte nicht in der Betondecke eingedübelt werden — die Isolierungsschicht des Beckens wäre damit zerstört worden. Ein Computerprogramm aus Amerika, mit dem dreidimensionale Darstellungen möglich waren, lösten die Berechnungsprobleme; Das Kunstwerk wird demnächst auf drei Tonnen schweren Füßen, die quasi als Gegengewicht fungieren, ruhen. Wenn Jürgen Polenz und seine 20 Mitarbeiter nicht gerade überdimensionale Kunstwerke bauen, fertigen sie insbesondere hochwertige Stahlgeländer an. Über einen solchen (privaten) Auftrag hatten sich Handwerker und Künstler auch kennen gelernt. Das „Kunst-Schaffen" ist da eine interessante Abwechslung. Da greifen Polenz und seine Mitarbeiter auch am Wochenende schon mal zum Schweißgerät. Und diese Flexibilität ist auch das, was der Auftraggeber zu schätzen wird

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